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Barrierefreier Badumbau: Kosten, Förderung und Planung

Alles, was Sie über den pflegerechten Badumbau wissen müssen – von der Planung über die Förderung bis zur Umsetzung mit dem richtigen Fachbetrieb.

Das Badezimmer ist einer der häufigsten Unfallorte im Haushalt – besonders für ältere Menschen. Eine hohe Badewannenkante, rutschige Fliesen oder fehlende Haltemöglichkeiten erhöhen das Sturzrisiko erheblich. Ein barrierefreier Badumbau schafft Sicherheit und ermöglicht selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause.

Was gehört zu einem barrierefreien Bad?

Ein barrierefreies Bad nach DIN 18040-2 zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Bodengleiche Dusche: Schwellenloser Zugang, rutschhemmende Oberflächen (Bewertungsgruppe B nach DIN 51130)
  • Haltegriffe und Stützklappgriffe: Stabile Griffe an Dusche, Badewanne und WC, die Belastungen bis 100 kg standhalten
  • Erhöhtes WC: Sitzhöhe von 46–48 cm für leichteres Aufstehen und Hinsetzen
  • Unterfahrbarer Waschtisch: Ermöglicht die Nutzung im Sitzen oder vom Rollstuhl aus
  • Breitere Türöffnung: Mindestens 80 cm, ideal 90 cm, mit nach außen öffnender Tür
  • Ausreichend Bewegungsfläche: Mindestens 120 x 120 cm, rollstuhlgerecht 150 x 150 cm
  • Gute Beleuchtung: Blendfreie, gleichmäßige Ausleuchtung mit mindestens 300 Lux
  • Thermostatarmaturen: Schutz vor Verbrühungen durch voreingestellte Höchsttemperatur

Was kostet ein barrierefreier Badumbau?

Die Kosten variieren je nach Umfang der Maßnahmen:

  • Bodengleiche Dusche einbauen: 3.000 – 6.000 €
  • WC austauschen und erhöhen: 500 – 1.500 €
  • Waschtisch barrierefrei umrüsten: 800 – 2.000 €
  • Haltegriffe anbringen: 200 – 800 €
  • Komplettumbau: 10.000 – 20.000 €

Förderung: Bis zu 4.180 € Zuschuss der Pflegekasse

Der barrierefreie Badumbau gilt als wohnumfeldverbessernde Maßnahme nach § 40 Abs. 4 SGB XI. Die Pflegekasse bezuschusst den Umbau mit bis zu 4.180 € pro pflegebedürftiger Person.

Voraussetzungen für den Zuschuss

  • Mindestens Pflegegrad 1 muss vorliegen
  • Antrag vor Baubeginn bei der Pflegekasse stellen
  • Maßnahme muss die häusliche Pflege erleichtern oder die Selbständigkeit fördern
  • Kostenvoranschläge (mindestens zwei) beifügen

So stellen Sie den Antrag

  1. Pflegegrad beantragen, falls noch nicht vorhanden
  2. Pflegestützpunkt oder Pflegekasse kontaktieren
  3. Mindestens zwei Kostenvoranschläge von Fachbetrieben einholen
  4. Antrag mit Kostenvoranschlägen bei der Pflegekasse einreichen
  5. Schriftliche Bewilligung abwarten
  6. Erst nach Bewilligung mit dem Umbau beginnen
  7. Rechnung bei der Pflegekasse zur Erstattung einreichen

Weitere Fördermöglichkeiten

  • KfW-Zuschuss 455-B: Bis zu 6.250 € für altersgerechte Umbauten (unabhängig vom Pflegegrad)
  • KfW-Kredit 159: Zinsgünstiges Darlehen bis 50.000 €
  • Landesförderprogramme: Viele Bundesländer bieten zusätzliche Zuschüsse
  • Krankenkasse: Hilfsmittel wie Duschhocker oder Haltegriffe auf ärztliche Verordnung
  • Steuerliche Absetzbarkeit: Als außergewöhnliche Belastung oder Handwerkerleistung

Wichtig: Die Förderungen sind teilweise kombinierbar. Der Zuschuss der Pflegekasse (4.180 €) kann beispielsweise mit dem KfW-Kredit 159 oder Landesförderprogrammen kombiniert werden. Lassen Sie sich von Ihrem Pflegestützpunkt beraten.

Tipps für die Planung

  • Frühzeitig planen: Ein Badumbau dauert je nach Umfang 1–3 Wochen. Planen Sie zusätzlich Lieferzeiten für Spezialteile ein.
  • Zukünftige Bedürfnisse bedenken: Planen Sie vorausschauend – was heute noch nicht nötig ist, kann in einigen Jahren wichtig werden.
  • Profiberatung nutzen: Lassen Sie sich von einem zertifizierten Fachbetrieb beraten, der Erfahrung mit barrierefreien Umbauten hat.
  • Ausweichmöglichkeit: Klären Sie, ob während der Bauphase ein zweites Bad nutzbar ist oder eine mobile Lösung bereitsteht.

Verwandte Themen: Der Badumbau ist häufig Teil eines umfassenden Konzepts für barrierefreies Wohnen. Auch ein Treppenlift kann sinnvoll ergänzt werden, um alle Etagen des Zuhauses weiterhin nutzen zu können.

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Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein barrierefreier Badumbau?
Je nach Umfang der Maßnahmen liegen die Kosten zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Eine einfache bodengleiche Dusche kostet ca. 3.000–6.000 Euro, ein Komplett-Umbau mit WC, Waschtisch und bodengleicher Dusche 10.000–20.000 Euro.
Wie hoch ist der Zuschuss der Pflegekasse?
Die Pflegekasse bezuschusst wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4.180 Euro pro pflegebedürftiger Person (ab Pflegegrad 1). Bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt summiert sich der Zuschuss auf bis zu 16.720 Euro.
Muss ich den Antrag vor dem Umbau stellen?
Ja, der Antrag bei der Pflegekasse muss zwingend vor Beginn der Bauarbeiten gestellt werden. Nachträgliche Anträge werden in der Regel abgelehnt.
Was gehört zu einem barrierefreien Bad?
Typische Maßnahmen sind: bodengleiche Dusche mit rutschhemmendem Belag, Haltegriffe, unterfahrbarer Waschtisch, erhöhtes WC, breite Türen (mind. 80 cm), ausreichend Bewegungsfläche und gute Beleuchtung.
Kann ich den Badumbau auch als Mieter durchführen?
Ja, auch Mieter haben Anspruch auf einen behindertengerechten Umbau. Die schriftliche Zustimmung des Vermieters ist jedoch erforderlich. Der Rückbau beim Auszug kann verlangt werden.
Welche weiteren Förderungen gibt es?
Neben der Pflegekasse fördert die KfW (Kredit 159, Zuschuss 455-B) barrierefreie Umbauten. Zudem gibt es Landesförderprogramme und die Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit als außergewöhnliche Belastung.

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